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Mein halber Veggie-Day

Ich bin zum großen Teil mit fleischloser Kost aufgewachsen. Das lag zum Teil an meine Vorlieben – wie es bei Kindern so ist – und zum Teil lag es an der schlechten Versorgungslage in Polen der 70er und 80er Jahre. Das lag aber auch an den Kochkünsten meiner Eltern und Großeltern.

Früher war Fleisch nicht selbstverständlich jeden Tag verfügbar. Muskelfleisch war schon immer Saisonware. Wie Erdbeeren, Äpfel und Spargel. Dieses »früher« war erstreckte sich über die ganze Zeit bis in die Neuzeit.

Dass Muskelfleisch frisch das ganze Jahr über im Laden zu kaufen ist, ist eine Erscheinung der Neuzeit. Die Traditionelle Schlachtzeit für Schwein, Rind und Schaf ist der Herbst und der Winter. Außerhalb dieser Zeit war frisches Muskelfleisch nur von Hühnern verfügbar. Was blieb waren verarbeitete Fleischwaren – und diese mussten sparsam verwendet werden.

Ob Fleisch auf den Tisch kam, war von der Jahreszeit abhängig. So wie es bei anderen Nahrungsmitteln auch ist. Nach der Verfügbarkeit richtete sich der Speiseplan und jede Jahreszeit hat ihre Speisen und Zutaten. Viele davon mit Wurst, Speck und gepökeltem Fleisch. Auch wenn das Muskelfleisch heute ganzjährig verfügbar ist, hat sich daran wenig geändert. Denn wir bevorzugen auch heute noch die Saison-Ware und entscheiden uns eher für den Spargel (mit Schinken) in der Spargelzeit als für die Schlachterplatte. Würden wir uns anders verhalten, würden wir unser Leben ärmer machen. Hier heißt: Wer Tradition beachtet, handelt erfolgreich und hat für sein Geld und seine Mühe das meiste, beste und leckerste Ergebnis.

Das ist mein Teller von heute, meinem halben Veggie-Day: halb vegan, halb Schnitzel.

Schnitzel zum VeggieDay

Veröffentlicht am 08.08.2013
Schlagworte: essen kultur deutschland

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